Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Weihnachtsrobben

Hey ihr Lieben,

jetzt gehen die Robben in ihre wohlverdiente Weihnachtspause.
Wir wünschen euch schöne Weihnachten, in denen ihr euch – genau wie wir – die Zeit und Ruhe nehmen könnt, euch auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren. Bier, Plätzchen und Geschenke – eigentlich wollte ich sagen: Familie und Freunde. Lasst euch nicht von dummen Nasen, rechten Socken, Konsumwahn und Dummbroten ärgern. Hört lieber schöne Musik und schaltet mal ab. Der Rest der Welt wird uns schon früh genug wieder ärgern.

Denkt immer daran:

Wir sind faul,
wir vergeben,
wir vergessen.
Wartet nicht auf uns.

Eure Anarchorobben.

Verlängerte Raum-Zeit-Kritik

Gestern hat mir jemand in netter Runde, bei einem Gläschen Wein die Welt erklärt und es folgte ein Erkenntnissprung, der seines Gleichen sucht. Jahrhundertelang versauerte ich zwischen Buchseiten und Regalen, fragte bei jeder Kleinigkeit „warum“ und „wieso“, hatte nachgedacht und mir den Kopf zerbrochen, weil ich an die Komplexität dieser Welt glaubte, weil ich davon mehr überzeugt war als von allen anderen scheinbaren Tatsachen. Doch am Ende unserer Unterhaltung musste ich schließlich einsehen, dass ich die ganze Zeit blind und dumm war, dass ich permanent die Augen vor dem so Offensichtlichen verschlossen hatte. Ach jeh, war mir das peinlich! Glauben Sie mir, lieber Leser, Sie können sich das Debakel gar nicht vorstellen!
Es begann alles mit einer kleinen Erklärung meiner Selbst und meines Fachgebiets. Ich forsche beziehungsweise forschte bis zum gestrigen Tage zu Gravitationsfeldern in Doppelsternsystemen, ein bis dato ungeheuer wichtiges und interessantes Thema für mich, da es in diesem Zusammenhang nicht nur um das Verständnis anderer Sternsysteme geht, sondern auch um das Verständnis der Welt, die uns täglich umgibt. So tauchen beispielsweise immer wieder diverse Alltagsphänomene auf, die mit Hilfe der Lösung dieses Problems durchaus erklärt werden könnten, doch ich möchte mich an dieser Stelle und zu Ihrem Wohle, lieber Leser, gerne kurzfassen, denn wie bereits zuvor angedeutet, änderte sich mein bis zu diesem Zeitpunkt mühsam aus einzelnen Bruchstücken zusammengesammeltes Weltbild nur wenige Sekunden später.
Es mache überhaupt gar keinen Sinn sich mit den Gesetzmäßigkeiten und möglichen Widersprüchen von Gravitationsfeldern zu beschäftigen, so mein Gesprächspartner, da schließlich eh eines Tages das Universum implodiere und die Schwerkraft so durch das Ende von Raum und Zeit zu existieren aufhöre. Magisch! Ich kam mir im Handumdrehen unglaublich ungebildet vor. Was für ein mächtiger, mächtiger Gedanke! Die Magie einer Theorie, die sich sorglos über alles in diesem Moment Geltende hinwegsetzt, mich mit einem Schlag in akademische Höhen schießt und das Übel am Ende erträglich macht. Schön, dass wir darüber gesprochen haben: Scheiß auf Gravitation und Doppelsternsysteme!

Nana

Zoo in Barcelona: Neonazi springt in Löwengehege

Ich stolperte die Tage über diese Überschrift und dachte, dass es heutzutage wirklich schwierig sei, tatsächliche Meldungen von Satire zu unterscheiden.

„Sie wollten nur mit ihm spielen“, sagte ein Behördensprecher.

Gleich darauf dachte ich ein bisschen über „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ nach, oder wie sich rechte Vollidioten heutzutage bezeichnen. Ihre Märsche dummbrotiger populistischer Hetze lehnen sie an die Montagsdemonstrationen an und bezeichnen sie als „Spaziergänge“. Sie sind natürlich nicht generell gegen Ausländer, oder die Aufnahme von Flüchtlingen, nur eben gegen die falschen. Also Kriminelle, Wirtschaftsflüchtlinge und Islamisten. Lieblingsargument: das alles kann gar nicht ausländerfeindlich sein, da selbst Ausländer sich in die „Spaziergänge“ mit einreihen (die aber hoffentlich deutsch reden und die deutsche Kultur respektieren, Bratwürste essen, etc). (mehr…)

Sie sind wieder da!

Ein kalter, grauer Morgen. Eisregen und starke Winde durchziehen die grobe, raue Landschaft, die gesäumt ist von Felsen und Eis. Weit und breit ist nichts zu sehen. Hohe Wellen türmen sich vor der Bucht auf. Es ist trostlos und leer. Hier am Meer. Wir schreiben den 10. Dezember 2014. Der Tag begann, wie jeder andere. Eine Welle nach der nächsten. Ein kalter Wind jagt den anderen. Frösteln, Zittern. Hilflose kleine Äuglein blinzeln verschlafen in den bedeckten Himmel. Ein erstes Gähnen erfüllt die Luft. Es bricht eine wahrliche Lawine an Gähnereien los. Als sich die Tiere wieder beruhigt haben, an ihre Schlafplätze zurückgerobbt sind und weiter dösen wollen, vernehmen sie auf einmal ein Rattern. Das Rattern eines Hubschraubers. Panische Angst weitet die kleinen Kulleraugen der Robben. Sind es Pelzjäger? Unterwegs, um unschuldige Robben ihres Fells wegen ab zu schlachten? Die Robben beginnen, panisch in Richtung Wasser zu robben. Doch als der Hubschrauber ihr Sichtfeld erreicht, halten sie Inne. Das waren sicher keine Pelzjäger. Ein merkwürdiges Fluggefährt mit Propellern nähert sich in halsbrecherischer Geschwindigkeit. Doch es ist gar kein richtiger Hubschrauber. Eine gigantische Seekuh, der ein ledernes Geschirr übergezogen wurde, fliegt durch den Himmel, direkt auf die Herde Robben zu. Auf ihrem Rücken drehen sich große Propeller und sie gibt einen dröhnenden, langgezogenen Freudenschrei von sich, als sie einen Landeplatz auf dem Eis entdeckt. Hinter sich her zieht sie einen prächtigen Schlitten, in dem drei plüschige Robben sitzen, deren Gesichter über und über mit Piercings, Tattoos, bunten Strähnchen und Nieten überzogen sind. Ein Anarchiezeichen haben sie mit Graffiti auf den Wanst der Seekuh gemalt. Viele bunte Fahnen stecken am Schlitten. Als die Seekuh mit wenig Eleganz eine Landung meistert, kommen die ängstlichen Robben neugierig heran gerobbt. Die drei bunt verzierten Robben springen aus dem Schlitten und robben ihnen entgegen. Eine der drei erhebt sich auf ihre Hinterflossen und räuspert sich, bereit zu einer Ansprache:
„Wie lange schon, musstet ihr hier ausharren? Wie lange schon, hat euch keiner mehr gewärmt? Wie lange ist es her, dass ihr ein ordentliches Frühstück serviert bekamt, etwas anderes als labberigen Fisch? Wieso müsst ihr in den eisig kalten Wellen baden, wo es auf der Welt so viele Whirlpools gibt? Ihr haust in einem Elend, seht, wie unmenschliche diese Gegend ist! Ständige Bedrohungen durch Eisbären, Wale und nicht zu vergessen, die Pelzjäger, die euch des Fells wegen das Leben nehmen. Nur damit sie Geld dafür bekommen! Ich sag euch was, meine lieben Artgenossen! Ich glaube, ihr habt, genau wie wir, die Schnauze voll von dieser Scheiße! Und ich sag euch noch etwas: Unser Schlitten ist groß! Unsere Berta -“, die Robbe deutete auf die gigantische Seekuh „ist äußerst stark! Wie wäre es, wenn ihr einfach zu uns auf den Schlitten springt und mit uns in ein Land reist, in dem es warm ist! In dem ihr euch als Robben keine Sorgen machen müsst! Wo es weder Eisbären, noch Wale und schon gar keine Pelzjäger gibt! Ein Ort, an dem ihr mit anderen Robben zusammen faul sein könnt! Habt ihr nicht schon immer von einem solchen Ort geträumt?“
Die kleine Robbenherde bricht in begeisterte Jubelschreie aus. Gemeinsam robben sie zum Schlitten. Da hält eine der Robben inne und sieht die seltsamen Retter fragend an. „Wie heißt ihr eigentlich?“, das beantworten die drei sonderbaren Robben im Chor:

„Wir sind Anarchorobben.
Wir sind faul.
Wir vergeben.
Wir vergessen.
Wartet nicht auf uns.“

Der erste Eintrag

Hallo und herzlich willkommen auf anarchorobben.blogsport.de.
Hier ist etwas altes neu im Entstehen begriffen. Es wird phänomenal-fantastisch. Seid gespannt.